Eröffnung des Digitalen Lernzentrums (DLZ)

Am Mittwoch, 9. Dezember, startete im Abtshof das „Digitale Lernzentrum“ der Flüchtlingshilfe Jüterbog.

Bekanntlich führten die Schulschließungen im Frühjahr bei allen Schüler*innen zu erheblichen Lernrückständen. Die rasch entworfenen Versuche der Schulen, die Kommunikation mit den Kindern via Internet aufrechtzuerhalten, waren schon deshalb wenig erfolgreich, weil viele Familien nicht mit der notwendigen Technik ausgestattet sind. Dies betraf insbesondere auch Migrantenfamilien, mit deren Kindern die Schulkommunikation sich sehr schwierig gestaltete. Damals begannen wir, diesen Kindern Nachhilfe durch Ehrenamtliche zu geben, was bis heute geschieht. Gleichzeitig wurde die Idee geboren, die Kinder mit der notwendigen Technik auszustatten und sie in die Nutzung einzuführen. Eine Versorgung jeder einzelnen Familie mit Laptop, Drucker und ausreichend schnellem Internet-Anschluss kam schon aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht in Frage.

So entstand das Projekt „Digitales Lernzentrum. Die Erarbeitung eines Konzepts, Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, Einwerben von Sponsoren, Anschaffung der Geräte und Gewinnen von Betreuer*innen waren die Hauptaufgaben in den letzten Monaten.
Das Deutsche Kinderhilfswerk DKHW stellte uns Geld zum Kauf von 3 Laptops zur Verfügung, und aus von der Sparkasse vergebenen Lottomitteln konnten wir Drucker, mobiles Internet, Software und weitere Anschaffungen finanzieren. Der Berliner Verein „Computertruhe“ schenkte uns 4 perfekt wiederaufbereitete Laptops. Entscheidend für die Umsetzbarkeit des Vorhabens war die Zusage des Johanniter-Seniorenzentrums, die großen Räume des Abtshofs nach Absprache für die DLZ-Termine nutzen zu dürfen.

Unser Konzept sieht vor, dass wir die Kinder je nach ihren Vorerfahrungen im Umgang mit Computern in die Nutzung einführen, sie an Standard-Anwendungen wie „Texte schreiben“, „im Netz recherchieren“ und „Lernpapiere für zuhause drucken bzw. ausgefüllte scannen“ heranführen, mit einschlägigen Lernprogrammen vertraut werden lassen und ggf. mit ihrer jeweiligen Schule digital zu kommunizieren.

Fünf Jugendliche und junge Erwachsene, teils berufstätig, teils noch Schüler*innen, haben sich bisher als Betreuer*innen gefunden, haben schon an der technischen Vorbereitung entscheidend mitgewirkt und werden entsprechend ihren zeitlichen Möglichkeiten die Schulkinder an den Laptops betreuen.
Im Dezember wollen wir mit den ersten Kindern Erfahrungen sammeln und bei den Schulen und Eltern den Bedarf ermitteln, um dann das Angebot sowohl quantitativ als auch qualitativ anzupassen.
Wir hoffen, mit diesem Projekt einen Beitrag zur so wichtigen Verbesserung der Lernmöglichkeiten für Kinder aus Migrantenfamilien zu leisten.

Märkische Allgemeine, Jüterboger Echo, 11.12.2020, Seite 13