Bunte und stimmungsvolle Adventsfeier mit Musik, Kuchen und Gesprächen

An einigen Geschäften in Jüterbogs Innenstadt hingen die Plakate, an der Ecke Zinnaer Straße/Planeberg warb ein Aufsteller für die Adventsfeier der Flüchtlingshilfe. Nicht wenige Passanten ließen sich am Vorabend des 2. Advent davon in den Abtshof locken, wo Einheimische und Zugewanderte aus vier Kontinenten den Saal festlich geschmückt und mit selbst gebackenen Kuchen, Torten, Keksen und Plätzchen ein großes buntes Büffet vorbereitet hatten.

An den Tischen spielten Kinder, ältere und jüngere Erwachsene ein von Flüchtlingshelfern gebautes Memory mit Motiven aus den gemeinsamen Aktivitäten des Jahres, das wie erwartet meistens die Kinder gewannen. Bei Kaffee, Tee und Kuchen entspannen sich Gespräche über Schwieriges und Schönes am Leben in Jüterbog, über Erwartungen, Vorhaben, Hemmnisse, Erfolge und Misserfolge. Ein Raum war für Bastelarbeiten vorbereitet, dort bauten, malten und klebten Kinder mit und ohne Eltern Vogelhäuschen, Schreibtischorganizer und andere nützliche Gegenstände. Schon im letzten Jahr war das Stockbrot-Backen im kleinen Park hinter dem Abtshof ein großer Erfolg gewesen; auch diesmal herrschte an der vorbereiteten Feuerschale reger Betrieb.

Eröffnet wurde das Fest mit einem wunderbaren kleinen Violinkonzert von Ali Moraly, Geigenlehrer an der Musikschule Teltow-Fläming. Er trug eine eigene Komposition in vier Sätzen vor und berichtete kurz und bescheiden über seinen langen Weg aus dem Bürgerkrieg in Syrien bis nach Deutschland, wo er sein Musikstudium abschloss und in großen Orchestern mitwirkte. Zum Abschluss zeigte er in zwei weiteren Stücken, wie interessant und harmonisch eine Verbindung westlicher und orientalischer Klänge gelingen kann. Am großen Beifall der beeindruckten Zuhörerschaft beteiligte sich auch ein prominenter Gast, der renommierte Schweizer Jazzbassist Hans Hartmann. Trotz seiner schweren Krankheit setzte er sich spontan an den Flügel und bereicherte die Feier mit einem kleinen Klaviervortrag.

Es war am Ende gar nicht so leicht, die kleinen und großen Gäste zum Gehen zu bewegen; es musste ja noch Einiges aufgeräumt und gesäubert werden, damit unser großzügiger Gastgeber, das Johanniter-Seniorenzentrum, auch nächstes Jahr wieder bereit ist, uns diese wunderschönen Räume für die Adventsfeier zu überlassen. Denn dass es auch am 5. Dezember 2020 wieder ein solches Fest geben soll, das steht heute schon fest.

Märkische Allgemeine, Jüterboger Echo, 9.12.2019, Seite 15

Impressionen vom Fürstentag

Erstmals war die Flüchtlingshilfe beim größten Jüterboger Fest, dem Fürstentag, vertreten. Wir hatten unseren Stand auf dem Fußweg direkt vor unserer Begegnungsstätte Arche in der Großen Straße 58 aufgebaut.
Das Erscheinungsbild des Standes, optisch geprägt durch die Plakate zur Aktion „Gesicht zeigen!“, mit den Angeboten zum Henna-Malen, Arabisch-Schreiben und Rasta-Flechten kam sehr gut an, viele BesucherInnen kamen interessiert zum Stand und erfreuten sich dort vor allem an dem umfangreichen und vielfältigen Essensangebot aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea, USA und Deutschland, gekocht und gebacken von den Neu-JüterbogerInnen aus diesen Herkunftsländern und von FlüchtlingshelferInnen. Am Ende war praktisch alles aufgegessen, und eine gut gefüllte Spendenbox bestätigte die Zufriedenheit.
Besonders freuten wir uns über die freundliche und entspannte Atmosphäre, den großen Zuspruch zum Standangebot und zu unserer Arbeit im Allgemeinen.